Eine Ausstellung mit Taktgefühl

metronomAls ich etwa 10 Jahre alt war, entschied ich mich, die gute alte Blockflöte auf die Seite zu legen. Ich war nie besonders gut darin und anstatt eines tiefen Cs bekam ich immer nur ein schreckliches Pfeifen aus meiner Blockflöte heraus. (Für alle unter euch, die keine Blockflöte spielen oder spielten: Ich hatte eher kleine Hände und konnte somit mit meinem kleinen Finger das unterste Loch auf der Blockflöte nicht ganz abdecken. Die Konsequenz: ein schrecklich pfeifendes Geräusch.) Nein, Blasinstrumente waren nichts für mich. Klavier, das wollte ich spielen. Da brauchte man kein grosses Lungenvolumen, da musste man nicht nach jedem Taktstrich nach Luft schnappen. Und: Da gab es keine Gefahr eines pfeifenden tiefen Cs. Freudig besuchte ich also meine ersten paar Klavierstunden, eifrig übte ich mich in der Fingerfertigkeit. Und dann kam der Tag X: Meine Klavierlehrerin entschied sich, ich würde die Pausen in den Klavierstücken nicht konsequent umsetzen, und machte mich mit dem Metronom bekannt. Für mich, die gerne mal einfache Passagen etwas schneller spielte als den Rest des Stücks: der Horror.

Nun, über ein Jahrzehnt später, stand ich wieder von Angesicht zu Angesicht mit nicht nur einem, sondern gleich über 175 Metronomen. Und zwar in der Sonderausstellung „Auf Takt! Metronome und Musikalische Zeit“ im Museum für Musik. Was euch in der Ausstellung erwartet, erfährt ihr im folgenden Beitrag. Und ja, ich habe meine Metronomphobie überwunden. Für den Moment jedenfalls.

© Foto: HMB Natascha Jansen

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