Fangirlen mit Five Finger Death Punch

© Julia Schwamborn

Peinlich, diese Teenager, die an Konzerten ihren BH auf die Bühne schmeissen. Peinlich, diese Groupies, die einen Kreischalarm auslösen, wenn sie nur schon den kleinen Zeh ihres Stars sehen. Peinlich, diese Mädchen, die ihr Idol um jeden Preis heiraten wollen – ohne ihn überhaupt zu kennen.

Ich muss zugeben – und ich bin nicht stolz darauf – als Teenager vergötterte auch ich abwechslungsweise mal einen Schauspieler, mal einen Sänger, mal einen Gitarristen und so weiter. Und ja, hätte einer dieser Stars mich um meine Hand gebeten, hätte auch ich wahrscheinlich unter Tränen ein Ja herausgeschluchzt. Peinlich. Ich  gehörte auch zu der Gattung Teenager, die meinen Vornamen mit dem Nachnamen meines aktuellen Traummannes irgendwo – meist musste ein Schulheft daran glauben – hinkritzelte. Peinlich.

Zum Glück liegt diese Epoche meines Lebens bereits über zehn Jahre zurück. Jetzt bin ich eine gestandene Frau. Selbstbewusst. Unabhängig. Ich mache Interviews mit kleinen und grösseren Stars und Sternchen, ohne dass ich auch nur mit der Wimpern zucke. Ich bin ganz einfach cool.

Dachte ich auf jeden Fall. Bis zu dem Moment, in dem ich Jeremy Spencer, dem Schlagzeuger von Five Finger Death Punch, gegenübersass. Mein Herz begann zu schlagen, ich lief rot an, meine Stimme wurde unnatürlich hoch… „Hi Jeremy…“

Was soll ich sagen? Peinlich.

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